Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520)

PDF Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung Homo sacer II edition suhrkamp Band In Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie vo

PDF Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520) In Herrschaft und Herrlichkeit. Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung beschäftigt sich Agamben mit der Entstehung der Ökonomie. Wie er (mit Aristoteles) ausführt, sind Ökonomie und Politik grundsätzlich verschieden, nämlich in der Form, dass sich Ökonomie von Politik unterscheidet wie sich das Haus (oikos) von der Stadt (polis) unterscheidet – die Ökonomie ist eine Verwaltungstätigkeit, nach und nach nahm „Ökonomie“ aber eine theologische Bedeutung an: „Ökonomie“ bedeutet demnach soviel wie „’nach dem Willen Gottes ausgeübte Tätigkeit’“ bzw. nimmt die „Bedeutung einer ‚zielgerichteten Praxis’“ und im allgemeinen „’Praxis, verwaltende und ausführende Tätigkeit’“ an. Die Geschichte auszulegen, heißt, so schreibt Agamben, „ein Geheimnis entschlüsseln, das uns wesentlich angeht“ und dieses Geheimnis verweist auf eine „Ökonomie“. Nach und nach bildet sich ein Gegensatz zwischen Theologie und Ökonomie bzw. Kanon und Ökonomie heraus: Die „Ausnahme“ wurde damit als Entscheidung „definiert,die das Gesetz nicht strikt anwendet, sondern ‚von der Ökonomie Gebrauch macht’“ . Eng verbunden mit der theologischen oikonomia ist nach Agamben der Bruch „zwischen Gottes Sein und Gottes Handeln“ .„Oikonomia und Christologie sind historisch und genetisch aufs engste verknüpft: Wie in der Ökonomie die Praxis, so wird in der Christologie der logos, das Wort Gottes, dem Sein entrissen und damit anarchisiert [...] Daß Christus ‚anarchisch’ ist, bedeutet letztlich, daß Sprache und Praxis nicht im Sein begründet sind.“Ontologie und Ökonomie, Theologie und oikonomia befinden sich also in einem Zwiespalt. Die (christliche) Theologie steht, so ist Agamben überzeugt, im Zeichen der Betriebswirtschaft. Auch Herrschaft und Regierung bilden ein Gegensatzpaar und fußt auf der Unterscheidung eines „ersten Gottes“ und eines zweiten und dritten:„Der regierende Gott setzt den untätigen Gott voraus [...] All das deutet darauf hin, daß die Herrschaft des ersten Gottes mit der Regierung des Demiurgen ein funktionales System bildet, genauso wie in der christlichen oikonomia der Gott, der das Erlösungswerk auf sich nimmt, obgleich er eine anarchische Hypostase ist, in Wahrheit den Willen des Vaters vollstreckt.“Die „transzendente Vorschrift und [die] immanente Ordnung“ müssen von einer Macht zusammengehalten werden. Agamben gelangt zu der Annahme, dass der Inhalt der transzendenten Ordnung in der immanenten Ordnung besteht, die ihrerseits den Bezug zu einem transzendenten Ziel (Gott) aufweist. Göttliches Wirken wird im theologischen Paradigma in creatio und conservatio, Schöpfung und Erhaltung bzw. Herrschaft und Regierung gegliedert, so Agamben. Göttliche Weltregierung verwirklicht sich stets nach „dem Muster der hierarchischen Verbindung erster und zweiter Ursachen“ , nach „der Herrschaft und der partikularen Regierungen“ .„Die Welt wird durch die Koordination zweier Prinzipien regiert, der auctoritas (das heißt: einer Gewalt, die nicht faktisch ausgeübt wird) und der potestas (das heißt: einer ausführenden Gewalt) – der Herrschaft und der Regierung. [...] Die Ohnmacht Gottes ist die notwendige Voraussetzung für eine geregelte Regierung der Welt.“Das Regieren ist, so Agamben, nur möglich auf Basis der Trennung von Herrschaft und Regierung, die bipolar aufeinander wirken. Aus der allgemeinen Vorsehung (Gottes) leitet sich die Regierung, eine „Koordination von Allgemeinem und Besonderem“ ab: Regierung bildet ein Epiphänomen der Herrschaft. Regierungsakte gründen sich auf die Richtung auf ein Ziel – die Einbeziehung von möglichen Kollateralschäden gehört dabei wesentlich zur Regierungslogik dazu. Funktionale Wechselwirkung von Grundsätzlichem und daraus Folgendem ist das Prinzip des Regierens: Wie Agamben ausführt, handelt es sich beim Regieren um eine „Tätigkeit, die weder auf das Allgemeine noch auf das Besondere [...] gerichtet ist“ . Aus der wechselseitigen Wirkung von allgemeinem Gesetz und Kontingenzebene geht die Regierung (der Welt) hervor. Das Sein findet sich in der „Regierungsmaschine“ der christlichen Theologie geteilt in zwei koordinierte Ebenen: Schicksal und (transzendent) Gutes. Schicksal und Vorsehung, Immanenz (der oikonomia) und Transzendenz bilden die Weltregierungsmaschine, „’denn die Schicksalsordnung geht aus der Einfachheit der Vorsehung hervor’“ .„Demnach sind Vorsehung [Herrschaft] und Schicksal [Regierung] zwei hierarchisch geordnete Gewalten: Eine souveräne Entscheidung setzt die allgemeinen Prinzipien der kosmischen Ordnung fest, deren Verwaltung und Ausführung sie jedoch einer untergeordneten, gleichwohl autonomen Gewalt überläßt“Regieren, „die göttliche Lenkung der Geschöpfe“ bedeutet im Wesentlichen „ans Ziel führen“ bzw. „die Natur der Dinge zu erkennen und gewähren zu lassen“ .Christliche Weltregierung, so Agamben, gibt es „nur in der paradoxalen Gestalt der immanenten Regierung der Welt“ . Die Theologie antwortet mit der Vorsehung (Regierung) auf das Auseinanderbrechen in Transzendenz und Immanenz. Die Vorsehungsmaschine gliedert sich in diese zwei Ebenen (Transzendenz und Immanenz bzw. allgemein und besonders), die wechselseitig aufeinander bezogen sind. Der Regierungsakt, so führt Agamben aus, stellt eine Ununterscheidbarkeitszone von Allgemeinem und Besonderem dar. Das Vorsehungsdispositiv enthält, so ist er überzeugt, „das epistemologische Paradigma der modernen Regierung“ . „Mit der Unterscheidung zwischen souveräner Macht und legislativer Gewalt einerseits, Regierungs- oder Exekutivgewalt andererseits übernimmt der moderne Staat die Doppelstruktur der theologischen Regierungsmaschine.“Nach Agamben besteht eine Analogie zwischen der Ordnung der christlichen Engeln und der weltlichen Macht: Angelologie und Bürokratie funktionieren analog in dem Sinne, dass die eine das Muster für die andere abgibt. Angelologie fällt „unmittelbar mit einer Theorie der Macht“ zusammen, denn der Engel ist die „Verkörperung der Weltregierung“ . Die doppelte Figur der Macht, die Agamben untersucht, entspricht der Spaltung der Engel in „Sänger der Herrlichkeit und Diener der Regierung“ – der Unterschied zwischen Herrschaft und Regierung wird, so Agamben, nirgendwo deutlicher als im „Gegensatz von Assistenten und Verwaltern“ , wie sie im Himmelsreich vorherrscht.Die Sphäre des Rechts ist, so schreibt Agamben, eng mit der des performativen Sprechaktes verbunden. Dies weist er anhand der „Herrlichkeit“ auf, die sich in „Akklamationen, Zeremonien, Liturgien und Insignien“ zeigt. Theologie und Politik bedingen sich wechselseitig, sind – mit Carl Schmitt – verwoben in der Weise, dass „’alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre säkularisierte theologische Begriffe sind’“ . In der Herrlichkeit hat dieses Verhältnis seinen Ort, so Agamben. Denn in der Herrlichkeit, die der ökonomischen Theologie angehört, fallen Theologie und Politik zusammen. Agamben unternimmt eine „Archäologie der Herrlichkeit“, in der er ausführt, dass oikonomia und doxa wesensmäßig verknüpft sind.„Wie die christliche Theologie den alttestamentlichen Monotheismus einer tiefgreifenden Transformation unterzogen hatte, indem sie ihn den dialektischen Gegensatz von der Einheit der Substanz und der Ontologie (theologia) und der Vielfalt der Personen und Praxen (oikonomia) eingeführt hatte, so bezeichnet nun die ‚doxa theou’ die gegenseitige Verherrlichung von Vater und Sohn (und allgemeiner der drei Personen). Die trinitarische Ökonomie ist wesentlich eine Ökonomie der Herrlichkeit.“Verherrlichung bestimmt die trinitarischen Beziehungen, so Agamben. Er führt weiter aus, dass immanente Trinität (Herrschaft, theologia) die Voraussetzung für ökonomische Trinität (Regierung, oikonomia) darstellt – in der Herrlichkeit „durchdringen sich die ökonomische und die immanente Trinität“ . Herrschaft bzw. immanente Trinnität und Regierung bzw. ökonomische Trinität sind verschränkt in der Regierungsmaschine und verherrlichen sich wechselseitig. Das Paradox der Herrlichkeit besteht darin, dass sie auch Verherrlichung ist, dass also die nicht steigerbare Herrlichkeit Gottes durch die Verherrlichung von seiten der Geschöpfe geschehen soll. Nach und nach entwickelt sich in der Geschichte allerdings eine Vorherrschaft der Verherrlichung gegenüber der Herrlichkeit, da sich die Vorstellung durchsetzt, Gott habe es letztlich auf „die Mehrung äußerer Herrlichkeit“ abgesehen.„Weshalb muß Gott unablässig gespriesen werden, wo doch die Theologen, zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt, unermüdlich versichern, daß er dessen überhaupt nicht bedarf? [...] verrät sich darin [...] der Versuch, das Unerklärbare zu erklären, etwas zu verbergen, das unerklärt zu lassen zu verfänglich wäre?“Agamben ist überzeugt, dass „politische Probleme verständlicher und klarer werden, wenn sie mit theologischen Paradigmen in Zusammenhang gebracht werden“ .Er führt aus in welcher Beziehung die Herrlichkeit mit der Untätigkeit steht: Als letzter Zweck des Menschen fällt die Herrlichkeit mit der Beendigung von Arbeit zusammen. Ebenso bezeichnet die Untätigkeit der Macht die Herrlichkeit: „Die Leere ist die souveräne Gestalt der Herrlichkeit“ . Kontemplation und Untätigkeit bezeichnet Agamben als „metaphysische Operatoren der Anthropogenese“ . Sie deuten die Befreiung des Menschen von seiner Bestimmung an.Regieren gründet demzufolge auf einer Trennung von Herrschaft und Regierung – Herrschaft und partikulare Regierungen wirken in der gouvernamentalen Maschine ineinander. Wo die verwaltende, „ökonomische“ Tätigkeit ihre Wirksamkeit entfaltet, nimmt die Regierung eine koordinierende Rolle ein: Allgemeines und Besonderes, die Herrschaft und die Regierungsakte werden aufeinander bezogen. Die Lektüre von Herrschaft und Herrlichkeit hat ferner ergeben, dass Regierung stets auf Herrschaft folgt: Gesetz und kontingente Ebene bilden die Regierung und das (in der Theologie) Vorgesehene, das transzendent Gute folgt dem „Schicksal“. Die „Weltregierungsmaschine“ ist so gegliedert in Ökonomie, d. h. verwaltende, zielgerichtete Tätigkeit und Politik. Politik ist also nach Agamben stets verknüpft mit Verwaltung, die Biopolitik demzufolge ebenso und Thanatopolitik umso mehr, da die „Weltregierungsmaschine“ nur auf dieser Basis funktioniert.. Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520) is a Kindle Die genealogische Erforschung der Macht, die Giorgio Agamben 1995 mit Homo sacer begonnen hat, nimmt mit diesem Buch eine entscheidende Wendung Warum hat in der westlichen Welt die Macht die Form der konomie angenommen Und Weshalb bedarf sie der Herrlichkeit, also jenes liturgisch zeremoniellen Aufwands, der seit jeher um sie betrieben wird Um den Monotheismus mit den drei Personen zu vereinbaren, entwarfen die Kirchenv ter die Trinit tslehre als konomie des g ttlichen Lebens als eine Frage der F hrung und Verwaltung sowohl des himmlischen als auch des irdischen Hauses griech oik a Agamben zeigt, da grundlegende Kategorien der modernen Politik von der Gewaltenteilung bis zur milit rischen Doktrin des Kollateralschadens, vom Liberalismus der unsichtbaren Hand bis zum Ordnungs und Sicherheitsdenken auf dieses theologisch konomische Paradigma zur ckgef hrt werden k nnen Die zeremoniellen Aspekte der Macht sind nicht blo berreste vergangener Zeiten, sondern bilden noch immer ihr Fundament eine bislang bersehene Genealogie, die die Funktion des Konsenses und der Medien in den modernen Demokratien in einem neuen Licht erscheinen l t.. Giorgio Agamben Is a well-known author, some of his books are a fascination for readers like in the Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520) book, this is one of the most wanted Giorgio Agamben author readers around the world. . Popular Books Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520) In Herrschaft und Herrlichkeit. Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung beschäftigt sich Agamben mit der Entstehung der Ökonomie. Wie er (mit Aristoteles) ausführt, sind Ökonomie und Politik grundsätzlich verschieden, nämlich in der Form, dass sich Ökonomie von Politik unterscheidet wie sich das Haus (oikos) von der Stadt (polis) unterscheidet – die Ökonomie ist eine Verwaltungstätigkeit, nach und nach nahm „Ökonomie“ aber eine theologische Bedeutung an: „Ökonomie“ bedeutet demnach soviel wie „’nach dem Willen Gottes ausgeübte Tätigkeit’“ bzw. nimmt die „Bedeutung einer ‚zielgerichteten Praxis’“ und im allgemeinen „’Praxis, verwaltende und ausführende Tätigkeit’“ an. Die Geschichte auszulegen, heißt, so schreibt Agamben, „ein Geheimnis entschlüsseln, das uns wesentlich angeht“ und dieses Geheimnis verweist auf eine „Ökonomie“. Nach und nach bildet sich ein Gegensatz zwischen Theologie und Ökonomie bzw. Kanon und Ökonomie heraus: Die „Ausnahme“ wurde damit als Entscheidung „definiert,die das Gesetz nicht strikt anwendet, sondern ‚von der Ökonomie Gebrauch macht’“ . Eng verbunden mit der theologischen oikonomia ist nach Agamben der Bruch „zwischen Gottes Sein und Gottes Handeln“ .„Oikonomia und Christologie sind historisch und genetisch aufs engste verknüpft: Wie in der Ökonomie die Praxis, so wird in der Christologie der logos, das Wort Gottes, dem Sein entrissen und damit anarchisiert [...] Daß Christus ‚anarchisch’ ist, bedeutet letztlich, daß Sprache und Praxis nicht im Sein begründet sind.“Ontologie und Ökonomie, Theologie und oikonomia befinden sich also in einem Zwiespalt. Die (christliche) Theologie steht, so ist Agamben überzeugt, im Zeichen der Betriebswirtschaft. Auch Herrschaft und Regierung bilden ein Gegensatzpaar und fußt auf der Unterscheidung eines „ersten Gottes“ und eines zweiten und dritten:„Der regierende Gott setzt den untätigen Gott voraus [...] All das deutet darauf hin, daß die Herrschaft des ersten Gottes mit der Regierung des Demiurgen ein funktionales System bildet, genauso wie in der christlichen oikonomia der Gott, der das Erlösungswerk auf sich nimmt, obgleich er eine anarchische Hypostase ist, in Wahrheit den Willen des Vaters vollstreckt.“Die „transzendente Vorschrift und [die] immanente Ordnung“ müssen von einer Macht zusammengehalten werden. Agamben gelangt zu der Annahme, dass der Inhalt der transzendenten Ordnung in der immanenten Ordnung besteht, die ihrerseits den Bezug zu einem transzendenten Ziel (Gott) aufweist. Göttliches Wirken wird im theologischen Paradigma in creatio und conservatio, Schöpfung und Erhaltung bzw. Herrschaft und Regierung gegliedert, so Agamben. Göttliche Weltregierung verwirklicht sich stets nach „dem Muster der hierarchischen Verbindung erster und zweiter Ursachen“ , nach „der Herrschaft und der partikularen Regierungen“ .„Die Welt wird durch die Koordination zweier Prinzipien regiert, der auctoritas (das heißt: einer Gewalt, die nicht faktisch ausgeübt wird) und der potestas (das heißt: einer ausführenden Gewalt) – der Herrschaft und der Regierung. [...] Die Ohnmacht Gottes ist die notwendige Voraussetzung für eine geregelte Regierung der Welt.“Das Regieren ist, so Agamben, nur möglich auf Basis der Trennung von Herrschaft und Regierung, die bipolar aufeinander wirken. Aus der allgemeinen Vorsehung (Gottes) leitet sich die Regierung, eine „Koordination von Allgemeinem und Besonderem“ ab: Regierung bildet ein Epiphänomen der Herrschaft. Regierungsakte gründen sich auf die Richtung auf ein Ziel – die Einbeziehung von möglichen Kollateralschäden gehört dabei wesentlich zur Regierungslogik dazu. Funktionale Wechselwirkung von Grundsätzlichem und daraus Folgendem ist das Prinzip des Regierens: Wie Agamben ausführt, handelt es sich beim Regieren um eine „Tätigkeit, die weder auf das Allgemeine noch auf das Besondere [...] gerichtet ist“ . Aus der wechselseitigen Wirkung von allgemeinem Gesetz und Kontingenzebene geht die Regierung (der Welt) hervor. Das Sein findet sich in der „Regierungsmaschine“ der christlichen Theologie geteilt in zwei koordinierte Ebenen: Schicksal und (transzendent) Gutes. Schicksal und Vorsehung, Immanenz (der oikonomia) und Transzendenz bilden die Weltregierungsmaschine, „’denn die Schicksalsordnung geht aus der Einfachheit der Vorsehung hervor’“ .„Demnach sind Vorsehung [Herrschaft] und Schicksal [Regierung] zwei hierarchisch geordnete Gewalten: Eine souveräne Entscheidung setzt die allgemeinen Prinzipien der kosmischen Ordnung fest, deren Verwaltung und Ausführung sie jedoch einer untergeordneten, gleichwohl autonomen Gewalt überläßt“Regieren, „die göttliche Lenkung der Geschöpfe“ bedeutet im Wesentlichen „ans Ziel führen“ bzw. „die Natur der Dinge zu erkennen und gewähren zu lassen“ .Christliche Weltregierung, so Agamben, gibt es „nur in der paradoxalen Gestalt der immanenten Regierung der Welt“ . Die Theologie antwortet mit der Vorsehung (Regierung) auf das Auseinanderbrechen in Transzendenz und Immanenz. Die Vorsehungsmaschine gliedert sich in diese zwei Ebenen (Transzendenz und Immanenz bzw. allgemein und besonders), die wechselseitig aufeinander bezogen sind. Der Regierungsakt, so führt Agamben aus, stellt eine Ununterscheidbarkeitszone von Allgemeinem und Besonderem dar. Das Vorsehungsdispositiv enthält, so ist er überzeugt, „das epistemologische Paradigma der modernen Regierung“ . „Mit der Unterscheidung zwischen souveräner Macht und legislativer Gewalt einerseits, Regierungs- oder Exekutivgewalt andererseits übernimmt der moderne Staat die Doppelstruktur der theologischen Regierungsmaschine.“Nach Agamben besteht eine Analogie zwischen der Ordnung der christlichen Engeln und der weltlichen Macht: Angelologie und Bürokratie funktionieren analog in dem Sinne, dass die eine das Muster für die andere abgibt. Angelologie fällt „unmittelbar mit einer Theorie der Macht“ zusammen, denn der Engel ist die „Verkörperung der Weltregierung“ . Die doppelte Figur der Macht, die Agamben untersucht, entspricht der Spaltung der Engel in „Sänger der Herrlichkeit und Diener der Regierung“ – der Unterschied zwischen Herrschaft und Regierung wird, so Agamben, nirgendwo deutlicher als im „Gegensatz von Assistenten und Verwaltern“ , wie sie im Himmelsreich vorherrscht.Die Sphäre des Rechts ist, so schreibt Agamben, eng mit der des performativen Sprechaktes verbunden. Dies weist er anhand der „Herrlichkeit“ auf, die sich in „Akklamationen, Zeremonien, Liturgien und Insignien“ zeigt. Theologie und Politik bedingen sich wechselseitig, sind – mit Carl Schmitt – verwoben in der Weise, dass „’alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre säkularisierte theologische Begriffe sind’“ . In der Herrlichkeit hat dieses Verhältnis seinen Ort, so Agamben. Denn in der Herrlichkeit, die der ökonomischen Theologie angehört, fallen Theologie und Politik zusammen. Agamben unternimmt eine „Archäologie der Herrlichkeit“, in der er ausführt, dass oikonomia und doxa wesensmäßig verknüpft sind.„Wie die christliche Theologie den alttestamentlichen Monotheismus einer tiefgreifenden Transformation unterzogen hatte, indem sie ihn den dialektischen Gegensatz von der Einheit der Substanz und der Ontologie (theologia) und der Vielfalt der Personen und Praxen (oikonomia) eingeführt hatte, so bezeichnet nun die ‚doxa theou’ die gegenseitige Verherrlichung von Vater und Sohn (und allgemeiner der drei Personen). Die trinitarische Ökonomie ist wesentlich eine Ökonomie der Herrlichkeit.“Verherrlichung bestimmt die trinitarischen Beziehungen, so Agamben. Er führt weiter aus, dass immanente Trinität (Herrschaft, theologia) die Voraussetzung für ökonomische Trinität (Regierung, oikonomia) darstellt – in der Herrlichkeit „durchdringen sich die ökonomische und die immanente Trinität“ . Herrschaft bzw. immanente Trinnität und Regierung bzw. ökonomische Trinität sind verschränkt in der Regierungsmaschine und verherrlichen sich wechselseitig. Das Paradox der Herrlichkeit besteht darin, dass sie auch Verherrlichung ist, dass also die nicht steigerbare Herrlichkeit Gottes durch die Verherrlichung von seiten der Geschöpfe geschehen soll. Nach und nach entwickelt sich in der Geschichte allerdings eine Vorherrschaft der Verherrlichung gegenüber der Herrlichkeit, da sich die Vorstellung durchsetzt, Gott habe es letztlich auf „die Mehrung äußerer Herrlichkeit“ abgesehen.„Weshalb muß Gott unablässig gespriesen werden, wo doch die Theologen, zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt, unermüdlich versichern, daß er dessen überhaupt nicht bedarf? [...] verrät sich darin [...] der Versuch, das Unerklärbare zu erklären, etwas zu verbergen, das unerklärt zu lassen zu verfänglich wäre?“Agamben ist überzeugt, dass „politische Probleme verständlicher und klarer werden, wenn sie mit theologischen Paradigmen in Zusammenhang gebracht werden“ .Er führt aus in welcher Beziehung die Herrlichkeit mit der Untätigkeit steht: Als letzter Zweck des Menschen fällt die Herrlichkeit mit der Beendigung von Arbeit zusammen. Ebenso bezeichnet die Untätigkeit der Macht die Herrlichkeit: „Die Leere ist die souveräne Gestalt der Herrlichkeit“ . Kontemplation und Untätigkeit bezeichnet Agamben als „metaphysische Operatoren der Anthropogenese“ . Sie deuten die Befreiung des Menschen von seiner Bestimmung an.Regieren gründet demzufolge auf einer Trennung von Herrschaft und Regierung – Herrschaft und partikulare Regierungen wirken in der gouvernamentalen Maschine ineinander. Wo die verwaltende, „ökonomische“ Tätigkeit ihre Wirksamkeit entfaltet, nimmt die Regierung eine koordinierende Rolle ein: Allgemeines und Besonderes, die Herrschaft und die Regierungsakte werden aufeinander bezogen. Die Lektüre von Herrschaft und Herrlichkeit hat ferner ergeben, dass Regierung stets auf Herrschaft folgt: Gesetz und kontingente Ebene bilden die Regierung und das (in der Theologie) Vorgesehene, das transzendent Gute folgt dem „Schicksal“. Die „Weltregierungsmaschine“ ist so gegliedert in Ökonomie, d. h. verwaltende, zielgerichtete Tätigkeit und Politik. Politik ist also nach Agamben stets verknüpft mit Verwaltung, die Biopolitik demzufolge ebenso und Thanatopolitik umso mehr, da die „Weltregierungsmaschine“ nur auf dieser Basis funktioniert.
Herrschaft und Herrlichkeit edition Open Library Aug , Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung , Suhrkamp Verlag Paperback in German Deutsch . Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung Homo sacer II Warum hat in der westlichen Welt die Macht die Form der konomie angenommen Und Weshalb bedarf sie der Herrlichkeit, also jenes liturgisch zeremo Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie In Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung beschftigt sich Agamben mit der Entstehung der konomie Wie er mit Aristoteles ausfhrt, sind konomie und Politik grundstzlich verschieden, nmlich in der Form, dass sich konomie von Politik unterscheidet wie sich das Haus oikos von der Herrschaft und Herrlichkeit von Giorgio Agamben als GIORGIO AGAMBEN Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung Homo Sacer II. Aus dem Italienischen von Andreas Hiepko Suhrkamp Verlag, Berlin Seiten, Euro GIORGIO AGAMBEN Das Sakrament der Sprache Eine Archologie des Eides Homo Sacer II. Aus dem Italienischen von Stefanie Kundenrezensionen Herrschaft und Herrlichkeit Finden Sie hilfreiche Kundenrezensionen und Rezensionsbewertungen fr Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung Homo sacer II. edition suhrkamp auf Lesen Sie ehrliche und unvoreingenommene Rezensionen von unseren Nutzern. Giorgio Agamben Herrschaft und Herrlichkeit Zur Eingehend rekapituliert er dann die Gedankenlinien aus Herrschaft und Herrlichkeit, in dem Agamben darlegt, wie die theologische Kategorie der Verherrlichung Gottes ber die politische Theologie des Abendlandes auf die Machtverhltnisse im modernen, auch demokratischen Staat bergegangen ist. Portal fr Politikwissenschaft Herrschaft und Herrlichkeit Herrschaft und Herrlichkeit Giorgio Agamben Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung Homo sacer II. Berlin Suhrkamp edition suhrkamp S , Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie Alte Familienrezepte aus Ostpreuen Geschichten, Bilder und Gerichte aus unvergessenen Zeiten buch von Harald Saul.pdf Android Das Praxisbuch fr Entwickler Inkl Einstieg in Android Studio Projekte zu allen Android Funktionen Multimedia, Kamera, Organizer, Sensoren, Datenbanken, Android Wear u v m buch von Thomas Knneth.pdf Macht und Herrlichkeit Bildband Greven Verlag Macht und Herrlichkeit Die groen Kathedralen am Rhein von Konstanz bis Kln Seiten mit Abbildungen , cm Leinen mit Schutzumschlag ISBN Blick ins Buch. Herrschaft Territorium Als Herrschaft franz.Seigneurie wurde vom Mittelalter bis in die Neuzeit ein Territorium bezeichnet, dessen Inhaber volles Lehnsrecht, die Gerichtsbarkeit und weitere landesherrliche Rechte in seinem Gebiet ausbte, jedoch keinen frstlichen Titel Graf, Herzog u a trug Herrschaften waren meistens Teil eines Landesterritoriums und waren in dessen Stnde bzw.

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455 Reply to “Herrschaft und Herrlichkeit: Zur theologischen Genealogie von Ökonomie und Regierung. Homo sacer II.2 (edition suhrkamp, Band 2520)”

  1. In Herrschaft und Herrlichkeit Zur theologischen Genealogie von konomie und Regierung besch ftigt sich Agamben mit der Entstehung der konomie Wie er mit Aristoteles ausf hrt, sind konomie und Politik grunds tzlich verschieden, n mlich in der Form, dass sich konomie von Politik unterscheidet wie sich das Haus oikos von der Stadt polis unterscheidet die konomie ist eine Verwaltungst tigkeit, nach und nach nahm konomie aber eine theologische Bedeutung an konomie bedeutet demnach soviel wie nach dem [...]


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